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12-8-2011

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Aktuelle Pressemeldungen


An dieser Stelle veröffentlichen wir unsere laufenden Presseinformationen zu Aktionen und Veranstaltungen der InitiativGruppe StadtGeschichte Stuttgart.

Nachfolgend chronlogisch geordnet unser Pressearchiv.

 

Wann kommt das Stuttgarter Stadtmuseum? Lust und Frust mit der Geschichte

 

Stuttgarter Zeitung - Thomas Borgmann, vom 21.12.2011Wilhelmspalais

 

Stuttgart - Seit Jahrzehnten, um nicht zu sagen seit Menschengedenken, ist Stuttgart die einzige Metropole der Republik, in der es kein stadtgeschichtliches Museum gibt. Ob’s der schwäbische Pietismus war, der das verhindert hat, oder die sprichwörtliche schwäbische Sparsamkeit, die mitunter religiöse Züge trägt – es ist müßig, jetzt noch danach zu forschen. Denn kurz vor Weihnachten anno 2011 hat sich das Stadtparlament einstimmig, was besonders hervorzuheben ist, dazu entschlossen, diesem peinlichen historischen Mangel endlich abzuhelfen.

Genau 31,7 Millionen Euro, also kein Pappenstiel, liegen im neuen Doppelhaushalt der einstigen königlichen Residenz für 2012/13 und in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2016 dafür bereit. Eine erkleckliche Summe, für die das Wilhelmspalais am Charlottenplatz, bis vor Kurzem noch das Stammhaus der Stadtbücherei, in ein modernes Stadtmuseum umfunktioniert werden soll. Das renommierte Stuttgarter Architekturbüro Lederer, Ragnarsdóttir und Oei, verbunden mit dem Museumsgestalter Jangled Nerves, ist aus einem spannenden Wettbewerb um die besten Pläne und Ideen als Sieger hervorgegangen. Die Vorarbeiten laufen längst, ein Zurück gibt es nicht mehr.

Doch wie das Leben so spielt: wäre alles so flott und reibungslos gelaufen wie ursprünglich gedacht – im nächsten Jahr schon hätte man, freudig erregt, die Eröffnung feiern können. Alles Konjunktive. Denn wegen der normativen Kraft des Faktischen, wie man so sagt, ist der alte Zeitplan nur noch Makulatur. Geduld, Ausdauer und Geschick sind jetzt gefragt – im Frühjahr 2016 soll die Einweihung sein. Gut Ding muss eben Weile haben.

 

DauschekDie lebendige Vision vom neuen Stadtmuseum besteht natürlich schon. Anja Dauschek, die den Planungsstab leitet, verteilt an Neugierige gerne einen kleinen Flyer, der in Stichworten Auskunft gibt: großzügige Freitreppe an der Kulturmeile, großzügiges Foyer im Erdgeschoss. Dort gibt es Flächen für Ausstellungen und Veranstaltungen, einen Vortragssaal, eine Handbibliothek zur Stadtgeschichte, sodann den unvermeidlichen Museumsshop. Das ebenfalls unverzichtbare Café liegt im ersten Stock.

In der ständigen Ausstellung möchten die Museumsmacher möglichst plausible Antworten geben auf unendlich viele Fragen: Wie wurde Stuttgart, was es ist? Was prägte die Stadt früher, was prägt sie jetzt, im 21. Jahrhundert? Auf welche Weise wurde aus der Stadt der Auswanderer im 19. Jahrhundert die Stadt der Zuwanderer und der Einwanderer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts? Wer waren die prägenden Gestalten, was waren die prägenden Entwicklungen? Wo lagen und wo liegen die Stärken und Schwächen dieser Landeshauptstadt?

 

Fragen über Fragen, die nicht nur Erwachsene stellen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Deshalb wird man den zweiten Stock des denkmalgeschützten Hauses dem „Stadtlabor für Kinder“ widmen, das seine ersten Gehversuche übrigens schon macht: Im Haus Kriegsbergstraße 30, wo es jeden Werktag auf leicht verständliche Art und Weise um Architektur und Stadtplanung geht, ums Wohnen und im neuen Jahr auch um alles, was im weitesten Sinne mit Mobilität zu tun hat.

 

Ein wenig haben die Stadtväter vor Weihnachten doch gespart. Neue Stellen für dieses Stadtlabor mochten sie nämlich nicht genehmigen. Etwas betrübt hat die Projektchefin Anja Dauschek zur Kenntnis genommen, dass sie 80 000 Euro an Sponsorengeldern bräuchte, um jemanden bezahlen zu können, der sich im Rahmen des museumspädagogischen Dienstes darum kümmert, dass die Konzepte stetig verbessert werden, mit denen man Kinder und Jugendliche für das weite Feld der Stadtgeschichte begeistern kann. Womöglich hat der Rat an der falschen Stelle gespart.

 

Wie so oft, wenn es in Deutschland um die Geschichte geht, wird es delikat, wenn der kritische Blick auf das „Tausendjährige Reich“ zwischen 1933 und 1945 fällt. Auch Stuttgart hat eine braune Vergangenheit, wie der jahrelange Streit über das Hotel Silber am Karlsplatz, die einstige Gestapozentrale für Württemberg, zeigt. Der fast schon beschlossene Abriss dieses Ortes der Täter ist zwar verhindert worden, aber noch fehlt das inhaltliche Konzept der neuen grün-roten Landesregierung. Die ebenso praktische wie spannende Frage lautet jetzt, salopp formuliert: Wie kommen das neue Stadtmuseum im Wilhelmspalais und die künftige Gedenkstätte im Hotel Silber in puncto Drittes Reich aneinander vorbei?

Den Schlüssel dazu liefert gewiss die Ausgangslage: Am Karlsplatz nämlich wurden die Verfolgung und die Deportation der Juden und der politisch Andersdenkenden, der Schwulen und Lesben, der Sinti und Roma mit grausamer Akribie geplant, und zwar für ganz Württemberg. Auch im Wilhelmspalais saßen, was nur wenige wissen, NS-Schergen; das Stadtmuseum wird klugerweise auch dies darstellen und die Rolle Stuttgarts in dieser düsteren Zeit anschaulich aufzeigen. Nebenbei bemerkt: manch ein schauerliches Kapitel dieser Jahre ist noch unerforscht. Und weil historische Museen bekanntlich nicht stehen bleiben, sondern sich ständig weiterentwickeln, wird es bei den eingangs erwähnten, knapp 32 Millionen Euro nicht bleiben. Vom Tag der Eröffnung an entstehen im Haus die sogenannten Folgekosten für die Mitarbeiter, die Projekte und die angestrebte wissenschaftliche Forschung.

 

Wie geht es aktuell weiter? Im kommenden Sommer muss der Gemeinderat den sogenannten Vorprojektbeschluss fassen – ein schreckliches Wort für einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Dabei werden die Weichen gestellt für das Konzept und die Gestaltung. Einen Strich durch die Rechnung könnten die Denkmalschützer machen, die mit Argwohn darüber wachen, dass das Wilhelmspalais seinen Charakter nicht verliert. Womöglich enden die gerade laufenden Gespräche darüber wie im Falle des Rathauses: Als der Große Sitzungssaal vor Jahren modernisiert wurde, verlor der Bau seinen Denkmalstatus. Im Rathaus grämt sich deswegen niemand, im Wilhelmspalais, das innen restlos ausgebeint werden muss, wäre das wohl ebenso.

Alles in allem: mit der Geschichte, zumal mit der eigenen, hat man Lust und Frust gleichermaßen. Der Preis für das neue Stadtmuseum mag also hoch sein – zu hoch ist er keinesfalls.

 

Stadtarchiv
Stadtarchiv in Bad Cannstatt Bellingweg 21 - Foto: Enslin

 

Historie

Vor zehn Jahren hat sich die Interessengemeinschaft Stadtgeschichte gegründet, um den geschichtsinteres-sierten Vereinen und Initiativen in den Stadtbezirken ein gemeinsames Dach zu bieten.
2005 kam die Arge Netzwerk hinzu, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die historischen Aktivitäten in den Bezirken im Konzept für das neue Stadtmuseum im Wilhelmspalais zu verankern.

Aktuell

Seit 2006 veranstaltet die IG Stadtgeschichte jedes Jahr einen „Tag der Stadtgeschichte", der unter ein wechselndes Thema gestellt wird. Stichworte waren bisher Wasser, Denkmalschutz und Ortsgeschichte.

Morgen bietet sich für alle Interessierten die Chance, von 13.30 bis 17 Uhr das Stadtarchiv am Bellingweg 21 in Bad Cannstatt genau kennenzulernen.

Informationen im Internet unter www.stuttgarter-stadtgeschichte.de

tom

 

 

Eine Plattform für die Eigenbrötler

STUTTGARTER ZEITUNG | Freitag, 4. November 2011

Stadtgeschichte -
Rund 250 Ehrenamtliche fiebern dem geplanten Museum im Wilhelmspalais entgegen.
Von Thomas Borgmann

Helmut Doka, der frühere SPD-Stadtrat, bringt es auf den Punkt: „Als die Pläne für das neue Stadtmuseum im Wilhelmspalais publik wurden, waren die Vorbehalte und die Animositäten in den Stadtbezirken groß: Viele, die sich dort seit Jahren ehrenamtlich mit der Ortsgeschichte beschäftigen, befürchteten einen Stuttgarter Zentralismus." Deshalb, so betont der pensionierte Studienrat, habe man vor sechs Jahren die etablierte Interessensgemeinschaft Stadtgeschichte erweitert um eine Arge Netzwerk. Ihr Ziel: „Wir wollten diese Ehrenamtlichen stärken, ihre Basis verbreitern und sie einbeziehen in die Vorarbeiten für das künftige Stadtmuseum." Dieses Netzwerk, so Doka, solle „eine Plattform sein für die Eigenbrötler", so Doka. Wolfgang Müller, der stellvertretende Vorsitzende des Verschönerungsvereins und wie Doka ein führendes Mitglied der IG Stadtgeschichte, erinnert sich: „Gerade aus Bad Cannstatt, wo man mit viel Selbstbewusst-sein an der Ortsgeschichte forscht, waren die Vorbehalte damals groß."

 

Inzwischen habe man die anfängliche Skepsis überwunden, arbeite eng zusammen, vor allem mit dem Planungsstab der Stadt für das geplante Stadtmuseum im Wilhelmspalais. Selbstkritisch fügt Wolfgang Müller jedoch hinzu: „Die Aktivitäten in Sachen Stadtgeschichte sind, je nach Stadtbezirk, sehr unterschiedlich." Er wünsche sich, „dass vor allem möglichst viele junge Leute zu uns stoßen, die sich für die Ortsgeschichte interessieren". Denn nur so habe die ehrenamtliche Arbeit auch eine Zukunft.

 

Ein schon traditioneller Anlauf, um neue Mitglieder zu gewinnen, ist alle Jahre wieder der Tag der Stadtgeschichte. Seine sechste Auflage, die morgen stattfindet, ist dem neuen Stadtarchiv am Bellingweg in Bad Cannstatt gewidmet. Helmut Doka sagt: „Wir wollen mit dazu beitragen, dass das Archiv nach seinem Umzug aus der Silberburgstraße nach Bad Cannstatt noch be- kannter wird. Deshalb bietet sich allen Neugierigen und Interessierten morgen Nachmittag die Gelegenheit, den Bau und seine vielfältigen Angebote näher kennenzulernen." Zugleich würden sich dort auch die ehrenamtlichen Stadtgeschichtier aus den Bezirken, zehn bis fünfzehn verschiedene Vereine und Gruppen, präsentieren - das wird der Höhepunkt im Jahreslauf der IG Stadtgeschichte.

 

Insgesamt bilden nach Dokas Angaben rund 250 Ehrenamtliche die Basis der IG Stadtgeschichte. Sie alle fieberten dem neuen Stadtmuseum im Wilhelmspalais entgegen, das 2016 eingeweiht werden solle. Wolfgang Müller sagt: „In diesem Stadtmuseum kann die Historie aller Bezirke, von denen viele ja lange Zeit selbstständige Gemeinden waren, nicht vollständig dargestellt werden - aber ohne seine 23 Bezirke wäre ja Stuttgart nicht geworden, was es heute ist." Er sei „sehr zuversichtlich, dass die Geschichte der Bezirke in der Konzeption für das Museum ihren angemessenen Platz findet."

 

Die seit Jahren laufenden Vorarbeiten für das Stadtmuseum im Wilhelmspalais sind für Helmut Doka eine Chance, das Geschichtsbewusstsein ganz allgemein zu stärken und die ehrenamtliche Basis zu verbreitern. „Wir wünschen uns, dass wir -unterstützt vom Planungsstab des Kulturamtes - in Zukunft noch mehr Veranstaltungen und Seminare zur Stadtgeschichte anbieten können", so Doka. Deshalb unterstütze man die Anträge von CDU und SPD zum neuen Doppelhaushalt, eine neue Planstelle für den Museumspädagogischen Dienst im neuen „Stadtlabor für Kinder" an der Kriegsbergstraße zu schaffen.

 

Sorgen macht sich Wolfgang Müller unterdessen um das Wilhelmspalais: „Wie ich höre, hat der Denkmalschutz einige Vorbehalte gegen die notwendigen Prüfungen der alten Bausubstanz." Er hoffe jedoch, dass sich alle diese Probleme in nächster Zeit lösen ließen.

2011-07-22

 

* Pressemitteilung der InitiativGruppe StadtGeschichte vom 3.8.2011

 

*Ausführliche Informationen zur Finanzierung des Stadtmuseums finden Sie in der Stuttgarter Gemeinderatsdrucksache:
GRDrs 273/2010: Stadtmuseum im Wilhelmspalais - Wettbewerbsergebnis/Weiterplanung - Beschlussvorlage (PDF - 65 KB)

 

 

www.stuttgart.de - 28.7.2011
Gemeinderat genehmigt Weiterplanung des Stadtmuseums

Dem Ergebnis des Realisierungswettbewerbs für das Stadtmuseum im Wilhelmspalais hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 21. Juli einhellig zugestimmt. Das von den Architekten umgesetzte Raumprogramm wird für die weitere Planung zugrunde gelegt - mit der Maßgabe, dass der Museumsgarten Teil davon ist. Bis zum Projektbeschluss im Juni 2012 sollen die Kosten für die Außenanlagen ermittelt werden.
Der Kostenrahmen für das Gesamtprojekt liegt inklusive einer voraussichtlichen Baupreissteigerung bei 31,7 Millionen Euro. Über die Finanzierung entscheidet der Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst. Voraussichtlich werden 2012 Fördermittel in Höhe von 10,9 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Eröffnung des Stadtmuseums soll im Frühjahr 2016 sein.

STUTTGARTER ZEITUNG - Nr. 165 I Mittwoch, 20. Juli 2011

Stadtmuseum ohne Abstriche

Wilhelmspalais - Der Gemeinderat will nicht an der Gartenanlage und an der Freitreppe sparen.

Der Gemeinderat steht hinter den Plänen für ein neues Stadtmuseum im Wilhelmspalais und ist auch bereit, die absehbaren Mehrkosten zu bewilligen. Einschneidende Einsparungen am Angebot des nunmehr mit 31,7 Millionen Euro und einer zusätzlichen Risikopauschale von 3,2 Millionen Euro für Überraschungen beim Umbau veranschlagten Museums lehnt eine Mehrheit indes ab. Dies wurde gestern bei der Debatte im Aus-schuss für Umwelt und Technik deutlich.

Demnach findet weder der von der Kulturverwaltung mitgetragene Vorschlag, das Museum im August für vier Wochen zu schließen, um die Betriebskosten zu drücken, Verständnis noch der weiter gehende Vorschlag des Finanzressorts, zudem auch eine von zwei Sonderausstellungen im Jahr zu streichen. Beide Sparvorschläge hätten zwangsläufig ein weniger attraktives Angebot und weniger Besucher zur Folge, was eine breite Mehrheit im Gemeinderat von CDU bis SPD nicht möchte. Über Details und weitere Sparvarianten soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert und entschieden werden.

Das gilt auch für zwei weitere Knackpunkte der Museumsplanung. So wurde aus mehreren Fraktionen der Ruf laut, den gestrichenen, im Kostenrahmen bis jetzt nicht enthaltenen Museumsgarten doch zu verwirklichen. Auch die angedachte Freitreppe zur Konrad-Adenauer-Straße müsse einkalkuliert werden, wenn man keinen Torso wolle. Wie berichtet, geht es zunächst darum, das Projekt bei den Etatberatungen im Herbst in den Haushalt und die Finanzplanung aufzunehmen. Als Eröffnungsjahr wird 2016 angepeilt.      StZ

 

Pressemeldung vom 7.7.2011 - Cannstatter Zeitung

Stadtmuseum öffnet erst 2016

Nach Umzug der Bücherei im Herbst wird das Wilhelmspalais leer stehen - Gemeinderat muss Millionenbetrag für Umbau noch bewilligen

 

Stuttgart - Voraussichtlich noch bis Ende August 2011 hat die Zentralbücherei am Charlottenplatz geöffnet. Dann folgt der Umzug in die neue Bibliothek unweit des Stuttgarter Hauptbahnhofs, die am 24. Oktober eröffnet wird. Das Wilhelmspalais bleibt dann lange Zeit ungenutzt - wohl erst 2016 kann das Stadtmuseum eingeweiht werden.      Von Elke Hauptmann

Stuttgart plant seit langem die Einrichtung eines Stadtmuseums - schon im Februar 2010 wurde entschieden, wie das unter Denkmalschutz stehende Wilhelmspalais entsprechend umgebaut werden kann. Den Wettbewerb haben das Stuttgarter Architekturbüro Lederer, Ragnarsdottir, Oei und die Ausstellungsgestalter Jangled Nerves gewonnen. Sie planen einen Neubau innerhalb der historischen Gebäudehülle. Das Stadtmuseum soll rund 2000 Quadratmeter Dauerausstellungsfläche erhalten. Durch die Räume wird sich eine Chronologie zur Stadtgeschichte mit Wandvitrinen, frei stehenden Themeninseln, Objekten und Medien ziehen. Der bereits im Jahr 2007 ins Leben gerufene Planungsstab ist eifrig dabei, die Schau vorzubereiten, sammelt dafür Erinnerungen und Gegenstände. Schwerpunkt soll die Migrationsgeschichte sein.

Doch die Beteiligten sind zum Warten verdammt: Obwohl die Bibliothek termingerecht bis Ende Oktober umzieht, wird sich die Eröffnung des Stadtmuseums verschieben. Ursprünglich 2014 vorgesehen, ist nun von Frühjahr 2016 die Rede - vorausgesetzt, der Gemeinderat bringt das Vorhaben baldmöglichst auf den Weg. Noch vor den Sommerferien soll er das so genannte Vorprojekt beschließen und damit den Startschuss für detaillierte Planungen geben. Diese sind notwendig, damit die Mittel für den Umbau in den im Oktober beginnenden Beratungen über den städtischen Doppelhaushalt 2012/ 2013 aufgenommen und Fördermittel von Bund in Land in Höhe von 10,9 Millionen Euro rechtzeitig beantragt werden können.

 

Noch bevor die Bauarbeiten starten, steht fest, dass das bislang auf 30 Millionen Euro veranschlagte Projekt teurer wird. Nicht nur, weil der geplante Museumsgarten in der Kalkulation noch fehlt. Allein die Baupreissteigerung von einem Prozent pro Jahr für die Zeit von 2011 bis 2016 wird auf 1,7 Millionen Euro geschätzt. Zudem könnten die Kosten für die Entkernung des Gebäudes höher als erwartet ausfallen. Die Gutachter empfehlen deshalb, eine Risikopauschale in Höhe von 3,2 Millionen Euro einzuplanen. Dass diese Summe unangetastet bleibt, glaubt kaum jemand. Umfangreiche Bauuntersuchungen sollen Klarheit bringen. Die Umbauarbeiten sind auf 24 Monate veranschlagt, für die Einrichtung des Museums weitere vier bis sechs Monate. Ganz ungenutzt bleiben soll das Wilhelmspalais in den nächsten Jahren aber nicht. Es gibt Überlegungen, die Räume interimsweise für kulturelle Zwecke zu nutzen. Anfragen von interessierten Veranstaltern gibt es bereits.

 

Wilhelmspalais

Der Prachtbau am Charlottenplatz, entstand 1834 bis 1840. Der Hofbaumeister Giovanni Salucci errichtete das Palais im Auftrag von König Wilhelm I. für dessen Töchter Marie und Sophie in klassizistischen Stilformen. Bis zur November-Revolution 1918 diente das Wilhelmspalais als Wohnsitz von König Wilhelm II. Anschließend von der Stadt als Ausstellungsgebäude genutzt, wurde es im Zweiten Weltkrieg bis auf die Umfassungsmauern zerstört, jedoch zwischen 1961 und 1965 im Innern modern wiederaufgebaut. Seither beheimatete das Wilhelmspalais die Zentrale der Stadtbibliothek.

 

Pressemeldung vom 12.11.2010 - Stuttgarter Zeitung - zum 5. Tag der Stadtgeschichte

Wilhelmspalais -Informationstag zur  Stadtgeschichte

Die Interessengemeinschaft  Stadtgeschichte, das Stadtarchiv und der Planungsstab für das neue Stadtmuseum im Wilhelmapalais veranstalten am Samstag von 11 bis 15.30 Uhr ihren fünften Tag der  Stadtgeschichte. Diese öffentliche Veranstaltung, auf der sich traditionell alle Gruppen und Initiativen zur  Stadtgeschichte präsentieren, ist diesmal dem Motto „Spielregeln des Denkmalschutzes" gewidmet.

Das Programm beginnt um 11 Uhr mit Rundgängen durch die Stadtbücherei am Charlottenplatz, die von 2012 an zum neuen Stadtmuseum umgebaut werden soll; Anja Dauschek, die Leiterin des Planungsstabes, wird die Führungen leiten. Um 13 Uhr beginnt das Nachmittagsprogramm, in dem unter anderem Wolfgang Müller von der IG  Stadtgeschichte und Anja Dauschek über den aktuellen Stand der Planungen für das Stadtmuseum berichten werden. Um 13.45 Uhr spricht Konrad Oberle, der frühere Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde über „Spielregeln des Denkmalschutzes". Im Anschluss ist eine Diskussion geplant. tom

Pressemeldung vom 24.10.2009: "Stuttgart und das Wasser" beim 4. Tag der Stadtgeschichte

24.10.2009 - "Das Wasser aber ist das Beste" - dieses Wort des griechischen Dichter Pindar (ca. 500 v.Chr.), verewigt am alten Degerlocher Wasserwerk von 1872, könnte auch als Motto über der Ausstellung "Stuttgart und das Wasser" stehen, die ab 7.11.2009, 13:30 Uhr im Stuttgarter Rathaus zu sehen ist. Fünfzehn stadtgeschichtlich aktive Gruppen und Organisationen aus vielen Stuttgarter Stadtbezirken haben historische Beiträge zum Thema zusammengestellt. Die mosaikartigen "Einblicke in die stadtgeschichtliche Arbeit" zeigen, welch große Bedeutung die Beschaffung des lebensnotwendigen Wassers hatte (oder, wie am wilden Neckar, auch seine Abwehr!), wie es das Ortsbild, die Wirtschaft und das tägliche Leben prägte.

 

Die Ausstellung ist Teil des "4. Tags der Stadtgeschichte" am Samstag, 7.11.2009 im Rathaus Stuttgart, den die "ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke" seit 2006 jährlich veranstaltet, dieses Jahr in Kooperation mit Stadtarchiv und Planungsstab Stadtmuseum. Hier treffen sich stadtgeschichtlich Interessierte und Aktive aus den Stadtbezirken zum Gespräch und zum gegenseitigem Kennenlernen. Die ARGE will damit einerseits die ehrenamtliche historische Arbeit in den Stadtbezirken unterstüzen und beleben, andererseits auch erreichen, dass sich diese Arbeit in der Konzeption und der Tätigkeit des künftigen Stadtmuseums wiederfindet.

 

"Die bisherigen Tage der Stadtgeschichte waren schöne Erfolge", sagt Helmut Doka, Koordinator der ARGE, "aber das Ziel bleibt ein Stadtmuseum, in dem sich Stuttgart, wie alle anderen deutschen Großstädte auch, anschaulich mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Die Beiträge und Anregungen aus den Stadtbezirken werden Leben und Farbe ins Stadtmuseum bringen, so wie jetzt schon in den Tag der Stadtgeschichte. Und sie werden auch an die Leistungen unserer Stadtbezirke als selbständige Gemeinden erinnern, bevor sie zu Teilen der Großstadt Stuttgart wurden."

 

Am 7.11. werden sich drei Vorträge mit Themen zum Wasser beschäftigen; um 15:00 Uhr berichtet Herr Dr. Neidiger über die Bestände des Stadtarchivs zum Thema Wasser, um 15:30 Uhr stellt Herr Dr. Reiff seine Fallstudie zu den Brunnen und Quellen Uhlbachs vor, und um 16:00 Uhr gibt Herr Dipl. Ing. Höger (EnBW) einen Überblick über die Geschichte der Wasserversorgung Stuttgarts. Der Eintritt ist frei, Interessierte herzlich willkommen.

 

"4. Tag der Stadtgeschichte", 7.11.2009 ab 14:00 Uhr im Rathaus Stuttgart,  Mittlerer Sitzungssaal, 4. Stock


Ausstellung "Stuttgart und das Wasser" - Einblicke in die stadtgeschichtliche Arbeit. 7.11.2009 13:30 Uhr bis 20.11.2009 17:00 Uhr, Rathaus Stuttgart, 3. Stock Foyer.


Programme an der Info-Theke im Rathaus. Bitte auch die Tagespresse beachten.



Pressemeldung vom 20.10.2009: Vierter Tag der Stadtgeschichte am 7. November 2009 im Rathaus in Stuttgart

20.10.2009 - In der Vorbereitung des „ 4. Tages der Stadtgeschichte“ stieß das Thema „Historische Rolle des Wassers“ auf großes Interesse bei den stadtgeschichtlichen Aktiven. So entschlossen sich mehrere Stadtteile, einen Beitrag zu diesem – gerade in Stuttgart – häufig problembeladenen Themenkreis aus ihrer Sicht zu bearbeiten.

Historisch war das Wasser absolut notwendige und oft knappe Lebensgrundlage, prägte die Landschaft, das Ortsbild und die Wirtschaft. Nachdem es dank der technischen Errungenschaften um 1900 fast zu einer wenig beachteten Selbstverständlichkeit geworden war, kehrt es in den letzten Jahren als politisches und wirtschaftliches Problem der kommunalen Daseinsfürsorge ins öffentliche Bewusstsein zurück.

4.Tag der Stadtgeschichte
Samstag, 7. November 2009, 13.30 - 18 Uhr
Rathaus Stuttgart, Mittlerer Sitzungssaal, 4. Stock

Mit Ausstellung “Stuttgart und das Wasser” Einblicke in die stadtgeschichtliche Arbeit, vom 7.11. – 20.11. 09 im 3. Stock Foyer

ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke in der Initiativgruppe Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Planungsstab Stadtmuseum.

Download des Programm als PDF.

 

Pressemeldung vom 03.04.2009: Stuttgarts Geschichte im Wohnhaus des Königs

03.04.2009 - Anja Dauschek baut das künftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais auf: Eröffnung Ende 2012 geplant

Filmschätze, Zeugnisse der Geschichte Stuttgarts in bewegten Bildern will unsere Zeitung heben. Kunst und Dokumente aus den vergangenen Jahrzehnten sammeln verschiedene Häuser in Stuttgart. In einer Serie erlauben sie einen Blick in ihre Schatzkammern. Das lang erwartete Stadtmuseum ist gerade im Entstehen.

VON HEIDEMARIE A. HECHTEL

Eine Frage an unsere Leserinnen und Leser: Besitzt noch jemand einen sogenannten Jäger-Anzug? Wir meinen die wollene Wäsche der Firma Jäger. Anja Dauschek sucht dringend ein Exemplar. Nicht, weil ihr kalt wäre, sondern als Zeugnis früher hier beheimateter und florierender Textilindustrie. Denn die promovierte Volkskundlerin ist seit einem Jahr mit der Aufgabe betraut, ein Stadtmuseum aufzubauen. Ende 2012 soll es im Wilhelmspalais eröffnet werden, wenn die Stadtbücherei in die neu erbaute Bibliothek hinter dem Hauptbahnhof umziehen kann.

In der Museumslandschaft der Stadt wird damit ein vielbeklagtes Defizit wettgemacht. Woran liegt es, dass in Stuttgart die Stadthistorie bisher nicht wie anderswo stolz und liebevoll präsentiert wurde? "Die Stadt hat immer nach vorne geguckt und sich weniger um Vergangenes gekümmert", erklärt Anja Dauschek das Manko. Immerhin: Das Stadtarchiv sammelte seit 1928 neben Dokumenten aller Art auch eine Kollektion historischer Zeugnisse, die bisher selten gezeigt wurde und nun den Grundstock des Museums bildet. "Dazu gehört das Ratssilber, der sogenannte Stutenbecher von 1659 oder der Löwenbecher, ein Goldpokal von 1648 aus der Hinterlassenschaft des Bürgermeisters Wolff Friedrich Lindenspür, Stifter einer jährlichen Mahlzeit und Gönner der Armen", nennt Dauschek besondere Beispiele. Eine Rarität als Zeugnis bürgerlichen Lebens in Stuttgart sei die Wiege von 1629 aus dem Besitz eines Tobias Lotter, der am Marktplatz wohnte.

Jetzt sammelt die 42-Jährige mit ihrem sechsköpfigen Team, darunter Kunsthistoriker, Technikhistoriker und zwei Volontäre der Fachrichtung Geschichte mit Ethnologie und Museumswissenschaft unter Hochdruck: Mit Anrufen, persönlichen Kontakten, gezielter Suche und auch über das Internet-Auktionsportal Ebay. Offenbar sehr erfolgreich, denn im Magazin in Bad Cannstatt lagern bereits an die 6000 Exponate. Damit nicht genug: "Wir sammeln mehr, als wir ausstellen können - auch als Fundus für Sonderausstellungen."

Die Stuttgarterin hat sich vorgenommen, die Chronologie der Stadt von den Kelten über die Römer und Alamannen bis in unsere Tage zu zeigen und die Geschichte Stuttgarts in Themenkomplexen zu erzählen. Der Weinbau gehört natürlich dazu. Oder das Verlagswesen, für das Namen wie J. B. Metzler, Friedrich Cotta oder Eduard Hallberger von der Deutschen Verlags-Anstalt stehen. Dann die Industrie vom Automobil zum Beispiel der Marke Mercedes über Möbel, Textilien und Schuhe bis zu Lebensmitteln: "Das Brausepulver Frigeo war eine Stuttgarter Erfindung, außerdem gab es die Schokoladenhersteller Waldbauer, Ritter, Haller, Eszet, Moser-Roth und Schoko-Buck."

Wichtig sei ihr, sagt Dauschek, dass alle Themen bis in die Gegenwart führen. An der Gründung der Waldorfschulen in Stuttgart könne man die Bildungsgeschichte von der Hohen Karlsschule bis zum aktuellen Schulwesen aufzeigen. Nicht zu vergessen die Architektur: Von der Weißenhofsiedlung als exemplarisches Zeugnis des Bauhaus-Stils über Fritz Leonhard, den "Vater aller Fernsehtürme" bis zu den Ingenieuren und Architekten Frei Otto und Werner Sobek will sie "Stuttgart als Testfeld der modernen Architektur" darstellen. Dass das Reisebüro Johannes Rominger 1842 die ersten Pauschal-reisen für Auswanderer, und in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Sonderzüge für Gastarbeiter organisierte, führe direkt zum Thema Migration.

Insgesamt 14 Themen hat Anja Dauschek konzipiert, dazu träumt sie von einem Stadtmodell, "am liebsten ganz groß, denn ich will Stuttgart auf einen Blick zeigen". 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche hat sie zur Verfügung, allerdings je 500 Quadratmeter für Sonderausstellungen und Kinder- und Jugendangeboten inklusive. Werden sie reichen? "Ich hoffe es", lacht sie und wartet gespannt auf den 15. Mai. Dann fällt die Entscheidung im Architektenwettbewerb über den Innen-Umbau des Wilhelmspalais.

"Die Frage ist doch: Wie mache ich aus einem historischen Denkmal ein modernes Museum?", umreißt Dauschek die Herausforderung, der sich 21 Bewerber gestellt haben. Keine einfache Aufgabe, denn hinter der Fassade von 1840 von Giovanni Salucci ist auch das Innere des Gebäudes, 1965 wieder auf- und umgebaut nach den Plänen von Wilhelm Tiedje, denkmalgeschützt. Das Palais war 1944 ausgebombt worden. "Vorher, unter den Nationalsozialisten", erzählt Dauschek eine Fußnote der Geschichte, "wurde das Haus als Ehrenmal der Leistungen der Deutschen im Ausland genutzt: Hier waren 30 Bauernstuben eingerichtet für die Treffen der volksdeutschen Trachtengruppen." Dass nun im ehemaligen Prinzessinnen-Palais und Domizil des letzten Königs, Wilhelm II., die Geschichte Stuttgarts präsentiert wird, findet Anja Dauschek besonders reizvoll.

Sie ist nach Studien- und Berufsstationen in München, Hamburg und Berlin in die Stadt ihrer familiären Wurzeln zurückgekehrt: "Dass ich eine emotionale Bindung an Stuttgart habe, ist sicher wichtig für diese Arbeit." Und die beste Voraussetzung, die Besucher mit einer Entdeckungsreise voller Überraschungen durch Stuttgarts Vergangenheit und Gegenwart zu fesseln.

Stuttgarter Nachrichten

Pressemeldung zum 3. Tag der Stadtgeschichte am 22. November 2008 in Bad Cannstatt

Das Programm zum 3. Tag der Stadtgeschichte am 22. November 2008 in Bad Cannstatt.

 

Pressemeldung vom 24.06.2008 - Dritter Stadtteilbesuch 2008 der ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke

24.06.2008 - Unser dritter Stadtteilbesuch in diesem Jahr am 23. Juni 2008 begann im Heimatmuseum im Alten Rathaus in Plieningen. In vier Räumen des Alten Rathauses ist eine Vielzahl von Objekten unter anderem aus zwei Privatsammlungen untergebracht. Der Planungsstab Stadtmuseum ist auch für den Betrieb dieses Museums verantwortlich, wie auch für die Museen in Möhringen, Bad Cannstatt und im Hegelhaus und für das städtische Lapidarium. Eine wichtige Aufgabe des Planungsstabs ist die Inventarisierung und Dokumentation der stadtgeschichtlichen Bestände. Im September sollen die Bestände des Heimatmuseums Plieningen erfasst und dokumentiert werden. Dieses Museum soll aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Dazu sucht der Planungsstab die Unterstützung durch Plieninger Bürger, die zu den Objekten auch etwas über die Herkunft und ihre Bedeutung für die früheren Nutzer oder Besitzer verraten können. Es interessieren besonders die Geschichten zu den Objekten.

Der Planungsstab lädt die Plieningerinnen und Plieninger von Freitag, dem 12. bis Sonntag dem 14. September ins Heimatmuseum ein und bittet sie, ihre Geschichten zu und über die Objekte zu erzählen. Gleich neben dem Alten Rathaus ist die Martinskirche aus dem 13. Jahrhundert. Herr Schad berichtete uns sehr ausführlich von den Besonderheiten dieser ursprünglich romanischen Kirche. Nach der Renovierung vom Sommer 2007 bis zum Februar 2008 ist diese älteste Kirche auf den Fildern ein ganz besonderer Ort.

Nach diesen ausführlichen Besichtigungen hatten wir noch eine kurze Besprechung im Gemeindehaus über den 3. Tag der Stadtgeschichte am 22. November 2008 in Bad Cannstatt. -  Jutta Reinhardt -

Pressemeldung vom 09.04.2008: Zweiter Stadtteilbesuch 2008 der ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke

09.04.2008 - Unser zweiter Stadtteilbesuch in diesem Jahr am 7. April 2008 begann in der Stadtteilbibliothek von Untertürkheim. Dort wurde am 31. März die Ausstellung „50 Jahre Neckarhafen“ genau am 50. Geburtstag des Neckarhafens mit viel Publikum eröffnet. Die Ausstellung ist vom Bürgerverein Untertürkheim zusammengestellt und der Vorsitzende des BV, Herr Eberhard Hahn, konnte uns noch viele Details zu den Schautafeln der Geschichte des Hafens berichten.

Der Hafen wurde 1958 von Bundespräsident Heuss mit viel Prominenz eröffnet. Er hatte damals eine ähnliche Bedeutung für die Region wie heute Stuttgart 21.

Als Zeitzeuge berichtete Herr Strauß von der Eröffnung, die er als Schüler mitgemacht hat. Unter http:/www.bv-untertuerkheim.de/neckarhafen.htm  ist mehr zu der Ausstellung zu lesen. Die Ausstellungstafeln sind sehr informativ und anschaulich gestaltet. Auf allen Tafeln symbolisiert ein blaues Textband mit der Chronik  des Hafenbaus den Neckar und Bilder, Postkarten und Pläne illustrieren daneben die Geschichte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. April 2008, montags und mittwochs von 14-18 Uhr, dienstags und donnerstags von 10-18 Uhr sowie am Freitag von 14-19 Uhr zu sehen. Es lohnt sich wirklich!

Danach waren wir vom Bürgerverein Untertürkheim zu einem reichlichen Vesper in eine Besenwirtschaft, die extra für uns am Montag aufgemacht hatte, eingeladen. So endete dieser Stadtteilbesuch in allgemeinen Gesprächen. - Jutta Reinhardt -

Pressemeldung vom 09.04.2008: Der erste Stadtteilbesuch 2008 der ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke

09.04.2008 - Der erste Stadtteilbesuch im neuen Jahr führte uns am 18. Februar 2008 nach Möhringen ins dortige Heimatmuseum im Spitalhof, Filderbahnstraße.

Nach der Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer von Herrn Doka begrüßte auch der Bezirksvorsteher, Herr Lohmann, die Runde. Möhringen hat zwei herausragende historische Gebäude, das sind der Spitalhof und die Martinskirche. Nach mehrjähriger Schließung ist das Heimatmuseum vor 5 Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich dank der Mitarbeit rühriger Ehrenamtlicher. Herr Honig von dem Initiativkreis Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (ILM) führte uns dann durch das Heimatmuseum auf zwei Etagen unter dem Dach des Spitalhofs.

Die Exponate wurden hauptsächlich in den 1930er Jahren zusammengetragen und geben Einblick in das Leben der Möhringer in vergangenen Zeiten, vor allem im 17. bis ins 20. Jahrhundert. Die Sammlung umfasst landwirtschaftliche, handwerkliche und häusliche Geräte, Kleidung und Textilien, bäuerliches und bürgerliches Mobiliar ebenso wie Urkunden aus vergangenen Epochen und umfangreiche Fotodokumente der jüngeren Vergangenheit. Der Spitalhof wurde 1959 abgerissen und nach alten Plänen 1961-1962 wieder aufgebaut.

Es gab die Tradition der Leinenweberei in Möhringen und ein großer Webstuhl steht im hintersten Raum. In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg hatte man sich auf diese Tradition besonnen und wieder Stoffe gewebt. Drei Kleider sind in einer Vitrine dazu ausgestellt. Im Keller steht eine alte Kirchenuhr mit drei Schlagwerken, die der Verein ohne Pläne aus einem Haufen Zahnräder und Einzelteilen wie ein Puzzle wieder zusammen- gebaut hat. Man sucht noch nach einem geeigneten Platz für eine öffentliche Aufstellung.

Für das Museum gibt es natürlich noch viele Wünsche: mehr Räume und eine bessere Beleuchtung bei dem Webstuhl. In einem Privathaus hat man bei der Renovierung einen 200 jährigen Backofen gefunden, der wiederhergestellt worden ist. Man hat auch noch einen Torbogen einer Körschmühle und vermutet unter dem Spitalhof noch alte Gewölbe. In der Martinskirche ist zugemauerter Teil, der noch Rätsel birgt.

Bisher war Stadtgeschichte beim Stadtarchiv angesiedelt, aber nun ist das Möhringer Museum bei der Abteilung von Frau Dr. Dauschek integriert und eine Inventarisierung der Bestände ist zurzeit angesagt. Die Möhringer Gruppe ist die aktivste Gruppe auf den Fildern und die Dauerausstellung lässt sich sicher noch verbessern.

Nächstes Jahr wird es eine Sonderausstellung zu 100 Jahre Möhringer Liederkranz geben.

Anfängliche Befürchtungen einer Dominanz des neuen Stadtmuseums sind unbegründet, die Ortsmuseen werden eingebunden werden, aber die Arbeit vor Ort wird weiter wichtig sein und vielleicht kann das ehrenamtliche Engagement durch das neue Stadtmuseum noch gesteigert werden. Der Beirat des Planungsstabs, Herr Dr. Müller und Herr Dr. Gerber, werden aufpassen, dass die Ortmuseen entsprechend berücksichtigt werden.

Alles, was privat gesammelt ist, kann gar nicht im Wilhelmspalais ausgestellt werden.
- Jutta Reinhardt -

 

Pressemeldung vom 10.10.2007: Einladung zum Symposium der Interessengemeinschaft Stadtgeschichte am 19.10.2007

10.10.2007 - Der langgehegte Wunsch der Bürgerschaft nach einem stadtgeschichtlichen Museum ist nun greifbar näher gerückt. Die als Sammelbecken bürgerschaftlichen Engagements gegründete Initiativgruppe Stadtgeschichte (IGS) begleitet den Prozess der Museumsgründung aktiv und liefert seit 2001 mit der Symposienreihe »Vom Traum zum Raum« Anstöße zur Museumsrealisation.
Nach Veranstaltungen zum »Klassenzimmer Stadtmuseum«, zu einem »WerkstattMuseum« und zum Verhältnis von »Erinnerung – Identität – Museum« sollen nun die 1920er Jahre in der süddeutschen Metropole im Mittelpunkt stehen. Den Ergebnissen der Besucherforschung zufolge interessieren sich Stuttgarter Bürger besonders für diese Zeit der Geschichte ihrer Stadt.

>>> Download der Einladung als PDF zum Nachlesen

Pressemeldung vom 8.10.2007: Bezirke wollen sich ins Stadtmuseum einbringen

8.10.2007 - Bürgervereine und Hobbyhistoriker treffen sich im Rathaus zum zweiten Tag der Stadtgeschichte

Bürgervereine und Amateurhistoriker haben sich am Samstag zum zweiten Tag der Stadtgeschichte getroffen. Eine Ausstellung im Rathaus, die historische Zeugnisse aus den Stadtbezirken präsentiert, gibt einen ersten Vorgeschmack auf das künftige Stuttgarter Stadtmuseum.

VON JÜRGEN LESSAT

Klaus Felix Müller vom Bürgerverein Mönchfeld-Mühlhausen musste nicht lange im Keller suchen, um passende Exponate zu finden. Jetzt schmücken Leiterwagen, Lederkoffer und Leinenrucksack die Ausstellung im Rathaus, die den Aufbau des Nachkriegsstadtteils nachzeichnet. "Mit diesen Habseligkeiten sind die Menschen vor 50 Jahren in Mönchfeld angekommen", erzählt der Hobbyhistoriker. Im September 1956 verabschiedete das Regierungspräsidium den Bebauungsplan für die Besiedlung des Palm'schen Gartens oberhalb von Mühlhausen, um Heimatvertriebenen ein neues Zuhause zu bieten. Nach Plänen, die noch aus der Nazizeit stammten, wurde die Siedlung im Eiltempo hochgezogen. Im Rathaus präsentiert Müller nun einen kleinen Teil aus seinem Fundus. "Aus der Sammlung soll auch das neue Stuttgarter Stadtmuseum schöpfen können", verspricht er.

Der Bürgerverein aus Mönchfeld gehört zur Arge Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke, deren Mitglieder sich zum zweiten Tag der Stadtgeschichte im Rathaus trafen. "Der Tag soll alle Vereine zusammenbringen", sagt Arge-Sprecher Helmut Doka. Stand bei der Premiere im letzten Jahr vor allem Kennenlernen auf dem Programm, haben die Vereine diesmal auch Konzepte dafür erstellt, wie sie sich in das neue Stuttgarter Stadtmuseum einbringen können. Im Jahr 2012 soll die Stadtgeschichte ins Wilhelmspalais einziehen, das heute noch Stadtbibliothek ist. Ein städtischer Planungsstab arbeitet schon jetzt am Museumsprojekt.

"Es ist unser Ziel, dass die historische Arbeit draußen in den Bezirken auch im zentralen Stadtmuseum vertreten ist", sagt Wolfgang Müller von der Initiativgruppe Stadtgeschichte, auf deren Anregung die Vernetzung der Vereine zurückgeht. Überlegungen wurden deshalb am Samstag auch in Arbeitsgruppen zu den Themen Nachkriegsgeschichte, Schulgeschichte, Migration und verschwundene Industrien angestellt. "Stuttgart war einst eine Schokoladenstadt", erinnert Wolfgang Müller an Namen wie Eszet und Waldbaur. Bislang bewerten die Hobbyhistoriker die Zusammenarbeit mit den städtischen Museumsprofis als sehr konstruktiv. "Wir sind hoffnungsvoll, dass es eine farbige Ausstellung wird", so Müller.

Bis zum 26. Oktober 2007 präsentieren 16 Vereine im Rathausfoyer ihre Arbeit in den Stadtbezirken. An jedem Mittwoch gibt es um 18 Uhr eine kostenlose Führung.
Suttgarter Nachrichten

Pressemeldung vom 25.02.2007: IG Stadtgeschichte zu Gast in Weilimdorf

25.02.2007 - „Zur Erinnerung“ heißt die vom Weilimdorfer Heimatkreis organisierte Ausstellung im Alten Pfarrhaus die von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Netzwerk einer Arbeitsgruppe innerhalb der IG Stadtgeschichte besucht wird. Aktive aus den verschiedenen Stadtbezirken informieren sich gegenseitig über die Vielfalt der stadtgeschichtlichen Aktivitäten in Stuttgart um so den Anspruch der IG Stadtgeschichte zu untermauern, bei der Konzeption des neuen Stadtmuseums entsprechend berücksichtigt zu werden. Mit dabei die Bezirksvorsteherin von Weilimdorf Frau Ulrike Zich sowie Vertreter des Gemeinde- und Bezirksbeirates.

Zur Erinnerung: Dank der Arbeit engagierter Bürger ist die Diskussion zum „Stadtmuseum in Stuttgart“ in vollem Gang, Gemeinderat und OB haben dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt. Das Stadtmuseum bietet große Chancen für die seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich geleistete stadt- und orts-geschichtliche Arbeiten in den Stadtbezirken. Wir hoffen, ja wir erwarten, dass dieser Aspekt in die Konzeption des neuen Stadtmuseums einbezogen wird. Mit der Veranstaltungsreihe „IG Stadtgeschichte zu Gast in“ wollen wir den politischen Entscheidungsträgern vor Ort aufzeigen wie interessant, lebendig und facettenreich die Orts- und Stadtteilgeschichte in Stuttgart ist und dass wir durchaus eine fruchtbare Beziehung zum künftigen Stadtmuseum gestallten sollten. Der Auftakt findet in Weilimdorf statt. Weitere Besuche in den einzelnen Stadt- und Ortsteilen werden folgen.

Pressemeldung vom 07.10.2006: Einladung zum Ersten Tag der Stadtgeschichte am 07. Oktober 2006

07.10.2007 -

Die ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke in der IG Stadtgeschichte veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Stuttgart e.V. den ersten Stuttgarter Tag der Stadtgeschichte. Die ARGE formuliert folgende Erwartungen an den 7. Oktober: „Dank der Arbeit engagierter Bürger ist die Diskussion zum „Stadtmuseum“ in vollem Gang, Gemeinderat und OB haben dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt, der Beirat hat seine Arbeit aufgenommen. Also alles „abgehakt“? Wir meinen, dass das Stadtmuseum große Chancen auch für die seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich geleistete stadt- und ortsgeschichtliche Arbeit in den Stadtbezirken bietet - wir erwarten, dass dieser Aspekt von vornherein in die Konzeption des Stadtmuseums einbezogen wird. Aktive aus den Stadtbezirken haben sich in einer gut besuchten Veranstaltung im Mai getroffen; am Tag der Stadtgeschichte wollen wir uns noch besser kennen lernen, uns gegenseitig informieren und gemeinsame Anliegen formulieren.“ -  Susanne Wetterich -

Programm des Ersten Tags der Stadtgeschichte am 7. Oktober:

14:00 Uhr Begrüßung für die ARGE Netzwerk: Helmut Doka und für die vhs: Dr. Werner Buthge

14:15 Uhr Grußwort von Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann

14:30 Uhr Vortrag Dr. Roland Müller (Leiter des Stadtarchivs): „Das Stadtarchiv und die Perspektiven bürgerschaftlicher Stadtgeschichte“

15:15 bis 15:45 Uhr: Pause und Möglichkeit zu Gesprächen

15:45 - 16:00 Uhr : Das Stadtmuseum aus Sicht der IG Stadtgeschichte u. Anmerkungen zum aktuellen Stand des Vorhabens. Bericht von Dr. Wolfgang Müller (IG Stadtgeschichte und Mitglied des Beirats Stadtmuseum)

16:00 – 17:00 Uhr Aussprache: Neue Chancen auch für die stadtgeschichtliche Arbeit in den Stuttgarter Stadtbezirken?

Begleitend zur Veranstaltung von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Foyer: einzelne Stadtbezirke stellen Aspekte ihrer Arbeit dar..  - Susanne Wetterich -

Pressemeldung vom 21.04.2006: ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke bereitet „Tag der Stadtgeschichte“ vor

21.04.2006 - Verschiedene für die Stadt- und Stadtteilgeschichte Interessierte haben sich in der ARGE Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke zusammengeschlossen. Die Teilnehmer der ARGE sehen im Aufbau eines Stadtmuseums die große Chance, dem Thema „Stadt- und Ortsgeschichte“ in Stuttgart insgesamt ein neues, größeres Gewicht zu verschaffen und damit allen Interessierten, gerade auch in den Stadtbezirken, bessere Arbeitsbedingungen und stärkere Resonanz zu ermöglichen. Kurz gesagt, so die Mitglieder der ARGE, muss der Aufbau des Stadtmuseums auch der stadtgeschichtlichen Arbeit und den Aktiven in den Stadtbezirken zugute kommen. Die „Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Stuttgarter Stadtbezirke“ innerhalb der IG Stadtgeschichte (kurz ARGE) sieht ihren Arbeitsschwerpunkt in der kommenden „heißen Phase“ des Stadtmuseums darin, Kontakte Kontakts mit den Stadtbezirken zu knüpfen und den dort aktiven Gruppen und Einzelpersonen eine Plattform für Information und Mitarbeit zu schaffen.

Konkret ist bereits ein „Tag der Stadtgeschichte am 7. Oktober 2006 in Zusammenarbeit mit der VHS Stuttgart angedacht, der den stadtgeschichtlich Aktiven ein erstes Forum der Information, der kollegialen Begegnung und des Austauschs bieten soll. Wer in der ARGE mitarbeiten möchte, soll sich bitte an Frau Reinhardt oder an Helmut Doka, wenden.  - Susanne Wetterich -

 

Pressemeldung vom 21.04.2006: Dr. Wolfgang Müller in den Beirat für das stadtgeschichtliche Museum berufen

21.04.2006 - Dr. Wolfgang Müller ist als Sprecher der InitiativGruppe Stadtgeschichte in den Beirat für das Stadtgeschichtliche Museum berufen worden. Der Beirat setzt sich aus Vertretern der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freien Wählern zusammen. Daneben werden auch Vertreter der Kulturverwaltung mitarbeiten. Ebenfalls beteiligt sind die Direktorin des Amsterdamer Stadtmuseums und der Direktor des Focke-Museums in Bremen. Als Vertreter der IG Stadtgeschichte wurde Dr. Wolfgang80 Müller, als sein Stellvertreter Dr. Helmut Gerber berufen.

(Quelle: IG Stadtgeschichte)